Kurzfristigkeit

Ideen und Projekte sind wie Lagerfeuer. Während des Anzündens gibt es die Vorfreude, die ja bekanntlich die schönste Freude ist. Wenn das Feuer brennt, sieht alles ganz toll. Dummerweise vergehen die Funken schnell und es bleibt nichts als Rauch, Asche und eine Erinnerung zurück.

Kurzfristige Projekte wie dieser Blog sind solche Feuer. Es ist nötig, immer wieder Holz nachzulegen, damit das Feuer nicht ausgeht. Nur lange brennende Feuer ziehen Menschen an, und nur wenn Menschen lange an einem Ort sind, werden sie den Ort kultivieren.

Zurueckhaltung

Muss man lernen, gelle?

Es ist schon bloed, wenn man nicht schreiben kann, was einem auf dem Herzen liegt, wenn dann irgendwann jemand kommt und meint “was fuer ein Penner.”, “Undankbarer Sack.”

Weil es schwierig ist, Meinung nicht auf sich selber zu projizieren (Ja, das Wort sieht scheisse aus, ist aber richtig so!) laesst man es dann lieber sein mit der Meinung. Schwierig oder?

Dafuer gibt’s ein Raedchen

Meine Guete, in was fuer eine degenerierten Gesellschaft leben wir eigentlich?

Ich habe gestern einen alten Sony Walkman bekommen und eine Kassette eingelegt, diese lief zu langsam. Mein erster Gedanke:

“Verdammt, da hab ich mir ein kaputtes Geraet gekauft.”

Dann habe ich ein Raedchen gefunden, mit dem man die Geschwindigkeit des Motors einstellen kann und auf einmal ist nach ein bisschen dreherei die Geschwindigkeit perfekt.

Aber was ist das fuer ein perfekter Beweis fuer unsere Annahme, dass etwas, was nicht sofort funktioniert, gleich kaputt sein muss? Verdammte Axt.

Overthinking

Now one brash phrase could crush this fragile day
As my thoughts swirl in some shrill sad cannonade

Wie recht er hat – waehrend man sich durch die Tage schlaengelt, kann ein einziger falscher Satz, eine falsche Sache, eine Nachricht dich zerstoeren. Labilitaet steht uns nicht, dennoch tragen wir sie mit uns rum. Die Frage ist, wann man wieder stark werden koennte und was einem dabei helfen wuerde.

Wenn man – egal was man macht – sich selber nicht gerecht wird. Ich hasse mich nicht dafuer, dass ich dumme Dinge tue, sondern dafuer, dass ich mich von ihnen angreifen lasse.

Eingefroren

Alles friert ein.
Ist es ueberhaupt noch wichtig, was man tut, wenn es nur noch mehr schmerzt? Ist es eigentlich besser, auszubrennen oder sich mit einem Knall zu verabschieden? Und was ist eigentlich ein Abschied?

Nur ein temporaerer Kontrollverlust ueber die Moeglichkeit, sich in Grenzfall sehen zu koennen? Sind wir alle Schwarzmaler oder verliert man sich am Ende doch nur in der Hatz, jemanden fuer den Rest zu finden?

Sind wir alle uebergaengige, stark volatile Ablagen fuer den Mist, den ein Anderer fabriziert? Egal, ob im Beruf, in der Freundschaft oder einer Beziehung? Kennt ihr die Menschen, die dich moegen, wenn es ihnen schlecht geht – dann am Ende aber doch nur Reifen abgefackelt haben? Abschiede erinnern einen immer daran, wie endlich alles doch ist.

Die Frage, die man sich dann stellt ist: Wann ist die Wurst vorbei, wann sind wir angekommen? Denn am Ende ist es NUR EIN VERDAMMTER SONG, keine Aussage – es klingt einfach gut. Muss da immer Einbildung mitspielen?

Was ist wichtig?

Welches T-Shirt ziehe ich heute an? Welchen Duft mache ich drauf? Passt die Hose zu den Schuhen?

Ist nicht das was wirklich wichtig ist etwas, dass wir weder anziehen, noch auftragen können?

/mu/-Core #1: James Blake – James Blake

James Blake - James Blake

James Blake – James Blake

Spotify an. Feuer.

2 CDs also, auf der zweiten ist mit “Fall Creek Boys Choir” sogar ein Lied, welches ich kenne. Dank Justin Vernon.

Tep And The Logic
Oha, ich bin ueberrascht. Irgendwie habe ich doch was anderes erwartet. Klingt sehr chillig, erinnert mich sogar ein wenig an RJD2. Frage mich, ob hier die Richtung vorgegeben wird oder es ein “haha, ihr glaubt das wirklich?”-Intro ist.

Unluck
Okay, Richtung wurde vorgegeben. Gefaellt mir sehr. SEHR SEHR! Jetzt singt er. Jetzt gefaellt es mir NOCH mehr. Ich lass es mal laufen…

Haha, Auto-Tune!

The Wilhelm Scream
Guter Titel, falls ihr nicht wisst, was der Wilhelm Scream ist, koennt ihr auf Wikipedia nachschauen.. Er hat sich dem Thema total interessant angenommen.

Habe soeben festgestellt, dass nur die neue Version (Auch auf dem Bild verlinkt, ja, da steckt das Amazon Partnerprogramm hinter. Das gebe ich offen zu und ihr koennt denken, was ihr wollt. Ihr koennt es natuerlich (was ich persoenlich besser finden wuerde) auch bei JPC [KEIN PARTNERPROGRAMM! KEIN GELD! REINE WERBUNG!] bestellen. Auf Platte. Dann mag ich euch sogar noch mehr.

I Never Learnt To Share / Lindisfame I / Lindisfame II
Auch hier der gleiche Stil wie vorher, aber es wird auch nicht langweilig. Ein ganz wenig eintoenig vielleicht. Dafuer:

Limit To Your Love
Halleluja, ein Piano und die Stimme Blakes’ – grossartig. Gefaellt mir bisher zusammen mit “Unluck” am Besten. Hat ne richtig schoene Mischung. Empfehlenswert!

Give Me My Month
Auch wieder Piano, haben wir jetzt einen Stilwechsel vernommen? Oh, das war kurz. Interlude-maessig. Jetzt muss ichs mir nochmal anhoeren… Der Text ist, ziemlich, verdammt, passend, gerade. Oh boy, oh boy.

To Care (Like You)
Geilo, der Anfang mit dem AutoTuned-HighPitched-Kram erinnert mich total an die Woods Version von Kanyes Album. Der Kram hier wird immer mehr wie Dings. Ich hab den Namen vergessen. Last.FM hilft auf die Spruenge: Mount Kimbie. Danach klingt das. Crazy. Find ich cool, braucht aber wahrscheinlich noch ein paar mehr Hoerer, damit ich das wirklich alles verstehe. Aber es kommt definitiv auf die “Nochmal hoeren”-Liste. Bin ein bisschen traurig, dass ich nach dem hier nur noch 3 Lieder habe.

Why Don’t You Call Me
Kein Telefon. Irgendwie sind seine Texte ziemlich minimalistisch. Manchmal vielleicht ZU minimalistisch. Aber verdammt, seine Spielereien mit Synthies holt das SO SEHR wieder raus. Verdammter Penner. Dafuer muss man ihn moegen. Aber auch wieder ein ziemlich kurzes Stueck. Ich glaube, die Gesamtspielzeit liegt bei unter 40 Minuten, kann das sein?

I Mind
Gucke gerade bei Wikipedia: 38:09 Minuten. Gut geschaetzt. Und wieder das Spiel vom vorigen Lied, dieser Text besteht nur aus den Worten “I mind”. Hmmm, leider eines der schwaecheren Lieder.

Measurements
NA ABER HALLO! Das ist mal ein Abschied. Mehrere Stimmen uebereinandergelegt, viel Fokus auf die Stimme. Verdammte Axt. Hier haben wir das naechste Ueber-Highlight. UEBER-HIGHLIGHT.

Mein Fazit

!! Achtung, Achtung – Hier wird Meinung kund getan. !!

Die erste Haelfte war Phaenomenal, die zweite fiel dann etwas ab, bis “Measurements” kam. Heilige Scheisse ist das gut.

Erste Gesamtwertung? (28. Juni 2014) 7/10.

/mu/ Core!

Jeder, der ein wenig Bescheuert ist, war schonmal auf 4chan. Und jeder, der noch ein bisschen Wuerde hat, geht nicht auf /b/ (Hinweis: Tut es nicht.).

Allerdings gibt es ein Grossartiges Board namens /mu/ – welches voller kleiner elitaerer Musik-Hipster und Snobs besiedelt wird. Kurzum: Da fuehle ich mich wohl. Jetzt gibt es so Alben, die von diesen Menschen total gehyped werden (Abgesehen von Neutral Milk Hotel – ja, wirklich, da gibts noch mehr.).

Und zufaellig fand ich gerade heute eine Liste aller /mu/ core Alben. Erster Gedanke: “Die musst du alle mal hoeren.” – Macht man aber nicht, wenn man nicht muss. Also werde ich das Bild hier posten, eine Liste erstellen und dann zu jedem Album einen Post schreiben. Das wird lange dauern, aber so hat man dann doch was zu tun.

Die gesamte Liste findet ihr auf meiner Personenseite auf der linken Seite. Ich werde die Links immer aktualisieren, sobald ein Album dabei ist.

mucore

Kaputte Informationsgesellschaft

Jeder Mensch hat heute Zugang zu allen Informationen, die der Menschheit bekannt sind (außer vielleicht den neuesten Erkenntnissen). Über kürzeste Zeit kann man so alles nachsehen, was einen interessiert, oder was man glaubt, wissen zu wollen. Nach dieser kurzen Zeit fühlt man sich also subjektiv über alles informiert, was interessant und wissenswert ist.

Dummerweise verändert das den Menschen. Das Problem ist, dass inzwischen subjektiv jeder meint, alles zu wissen und auf alles eine richtige Antwort parat zu haben. Das ist falsch und gilt nur für die eigene Erfahrungswelt, und auch nur soweit, wie man wirkliche Fakten gefunden und richtig interpretiert hat. Das Zuhören wird mit dem Zureden ersetzt. Hineinversetzen in andere – sowas ist heute nicht mehr angesagt. Doch wer alle Antworten zu haben glaubt, sollte vielleicht erstmal die Frage verstehen.

“Ich weiß, dass ich nichts weiß” ist Sokrates Grundsatz, der ihm als einzige Sicherheit garantiert, dass nichts sicher ist. Wenn man diesen Kernsatz öfter auf andere Menschen anwenden würde, nähme man sich vielleicht mal die Zeit, über die Situation, Erfahrungen und den Background eines Menschen zu reflektieren, bevor man Ratschläge verteilt, die Plattitüden gleich kommen.

 

Da wo du bist.

„Du bist seit Jahren da geblieben
Bei der, die dich betrogen hat
Behauptetest, so sei’s beim Lieben
Doch warst du nur das Gehen satt
[...]
Doch da, wo du jetzt bist, da bist du selber hingegangen
Falls dir der Strick zu enge sitzt: Du hast dich selber aufgehangen“

Geh. Hau ab. Geh, egal wohin. Hauptsache du bist gegangen.

Und nimm ein Messer mit.

Du hast genug… gehangen.

Es ist schlimm, wie unegal einem die Misere anderer Menschen sein kann. Vor allem, wenn man damit ueberhaupt nichts zu tun hat.

Es ist nicht der eigene Schiss, der da auf dem Boden liegt, der da von der Vergangenheit schnieft. Aber wegwischen tut es ja auch keiner. Ein Tuch oben rauf, man sieht es nicht mehr. Reicht doch, oder… nicht?

© 2017 Lucky Losers

Theme by Anders NorenUp ↑